Straßenversion eines Rennfahrzeuges: Beim CLK GTR noch eine Homologations-Pflichtübung für den Siegerwagen der internationalen FIA-GT-Meisterschaft 1998, ist der CLK DTM 2005 dagegen ein Motorsport-Derivat, das einige Begehrlichkeiten weckte. So konnte AMG mit der auf 100 Exemplare limitierten Auflage – Stückpreis stolze 236.000 Euro – nicht alle Wünsche befriedigen. Ergo wurde ein weiteres auf 100 Wagen beschränktes Kontingent hinterher geschickt, diesmal als CLK DTM Cabrio, um die Besitzer der ersten Edition nicht zu vergrällen. Die von HWA ( Hans Werner Aufrecht ) gefertigten und von seiner ehemaligen Firma AMG ( jetzt Mercedes-Benz ) vermarkteten DTM-„Roadrunner“ demonstrieren nicht nur optisch ihr Sportler-Potenzial.
582 PS entlockt der Kompressor bei 6100/min dem V8-Triebwerk, und bereits bei 3000 Touren wartetet dieses mit einem Drehmoment von 800 Newtonmetern auf. Mit soviel „Bumms“ unter der Haube wird das fast 1,7 Tonnen schwere Gerät zum erdgebundenen Bomber, der in 3,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, in 11,8 Sekunden dieses Tempo verdoppelt und bei 320 sogar elektronisch abgefangen werden muss, damit der Pilot nicht durch Reifenprobleme überfordert ist und versehentlich ins Ungemach abhebt. Trotz 5-Gang-Automatik, in die auch manuell eingegriffen werden kann, und ESP lässt sich dieses Coupé in Grenzbereiche bewegen, die reinrassigen Sportwagen vorbehalten sind, mit einem Querbeschleunigungs-Vermögen von 1,3 g, wie die Fachzeitschrift „sport auto“ in einem Supertest ermittelte. Damit befindet sich der CLK DTM in der Gesellschaft von „Tieffliegern „ wie Lamborghini Gallardo und Porsche 911 GT3 RS. Und in einem Slalom-Test deklassierte er sogar den Carrera GT und den Mercedes SLR McLaren. Zu dieser Performance tragen gewiss auch das Gewindefahrwerk und die Dunlop-Breitreifen mit der Nomenklatur „SP Super Sport Race“ ( 255/35 ZR 19 vorn und 285/30 ZR 20 hinten ) bei.
Äußerlich entspricht dieser CLK nur andeutungsweise dem DTM-Vorbild: Kotflügelverbreiterungen, Frontspoiler und Heckflügel. Sportlich geht es im Cockpit zu: Armaturentafel, Konsole für Startknopf und Kippschalter sowie „Beplankung“ von Türen und des Bereiches, der bei einem „ordinären“ CLK von einer Rücksitzbank ausgefüllt wird, aus Carbon. Diese teure Kohlefaser-Täfelung trägt natürlich nur minimal zur Gewichtsreduzierung bei, passt aber ins Ambiente wie die unerlässlichen Schalensitze aus CFK, durchlöcherte Edelstahl-Pedale und eine Lenkradgriffzone aus Wildleder. Auf dieses Lenkrad reagiert der CLK mit unglaublicher Exaktheit, direkt wie ein Monoposto. Viel Fahrspaß beschert auch das tiefer gelegte Fahrwerk. Da kommt derart viel Freude auf, dass sich eine Nürburgring-Runde auf der Nordschleife zum Austoben regelrecht aufdrängt.
Offen darf man am Flugplatz oder Pflanzgarten „high“ sein mit der Cabrio des DTM-CLK, das - abgesehen vom Stoffverdeck – gleichermaßen ausgerüstet ist wie das Coupé. Beiden Versionen fehlt es bei aller Fahrdynamik nicht an Bequemlichkeiten fürs Dahinrollen: Klima-Automatik, Navigations-System und Audio-Anlage mit großen Lautsprechern gehören zur Serienausstattung.