Fürs Facelifting diente der Aeromax als Vorbild. Dieses Unikat, gefertigt für den Genfer Bankier und Morgan-Freak Eric Skurdza, läutete im Leben des talentierten Design-Studenten Matt Humphries eine Morgan-Stunde ein. Auf Wunsch von Firmen-Chef Charles Morgan durfte der junge Mann klassische Vorkriegs-Coupés auf seine Art interpretieren – modern und doch „very british“. Charles fand das Resultat derart aufregend, dass er das Gesicht mit dem unterhalb des Nummernschildes verlängerten Kühlergrill und den lustig blinzelnden Lampen des Mini für den Aero adaptierte Der Stoßfänger, bislang mit horizontaler Linienführung, wird nun harmonischer in die frontale Optik integriert. Schade, dass das ungefüge Aero-Heck nicht auch am Aeromax-Design partizipieren durfte. Immerhin genehmigte der Enkel von Firmengründer Harry Frederick Stanley Morgan seinem Prestige-Objekt die gebührende Potenzsteigerung.
Anstelle von 286 PS liefert der 4,4-Liter-V8 von BMW jetzt 333 PS. Ausgestattet mit Valvetronic, also vollvariabler Hubsteuerung der Einlass-Ventile, und Vanos-System, beflügelt dieser Motor den Aero in respektablen 4,5 Sekunden auf Tempo 100, eine ganze Sekunde schneller als zuvor. Die Spitzengeschwindigkeit nahm um zehn auf 260 km/h zu, und das bessere Drehmoment – jetzt 450 Nm bei 3600/min – ist der Fahrdynamik gewiss nicht abträglich.
Ob ABS von Bosch, elektronische Bremskraftverteilung oder Airbags sowie die Zentralverriegelung mit Fernbedienung: Dieser Morgan ist moderner als sein Aluminium-Outfit, das sich traditionell über einen Eschenholz-Rahmen spannt. Auf dringend nötige aerodynamische Korrekturen an der Oberfläche wurde verzichtet, obwohl der Luftwiderstands-Beiwert des skurrilen Briten schlichtweg als katastrophal schlecht bezeichnet werden muss. Vielleicht soll der Aero 8 nicht einem denkbaren „Über-Morgan“ zuvorkommen. Auch der Enge im Cockpit, die nicht einmal Platz für eine Fußstütze neben der Pedalerie lässt, wird man wohl so schnell nicht zu Leibe rücken. Morgan-Liebhaber brauchen vermutlich auch die Zugluft des Verdecks, in die sich je nach Wetterlage auch Regentropfen oder Schneepartikel zwängen können. Immerhin funktioniert der Faltmechanismus schon so gut, dass ein plötzlicher Schauer keine Notstands-Situation hervorruft.
Eher einer Wohlstands-Situation entspringt die Idee von Charles Morgan, dem bereits erwähnten Bankier aus der Schweiz und dem französischen Rennfahrer-Idol Jacques Laffite, den „Club Morgan Aero 8“ zu gründen. Am 28. September 2006 wird zum Happening in Saint-Tropez, zum Ausflug durch die Provence und zum „Boxen-Stopp bei Bruno“ gebeten. Statt neuer Reifen gibt es hier die für diesen Schlemmer-Tempel berühmten schwarzen Trüffel. Damit diese Aero-Party auch überschäumend abheben kann, ist ein weltbekanntes Champagnerhaus zum Sponsor auserkoren worden. Santé!