![]() Kein nennenswerter Reisekomfort, reduziertes Gewicht, strafferes, völlig überarbeitetes Fahrwerk und mehr Turbo-Power: So präsentiert sich der Noble 400 als sportliche Variante des M12 GTO-3R. Ausgerechnet der Heckflügel, der dem GTO-3R einen sportlichen Touch verleiht, scheint aerodynamisch wertlos zu sein, denn man verzichtete beim M400 auf dieses „Brett“, ohne dabei den Abtrieb auf die Hinterräder zum beeinträchtigen. Positiver Nebeneffekt: Er fällt weder materiell noch in ansonsten ins Gewicht. Das Abspecken – ein Kilo hier ein paar Gramm da – fand seinen dicken Brocken mit der Klimaanlage. Wer sie haben will, darf sie gegen Aufpreis wieder einbauen lassen. Ausgebaut wurden auch die Gasdruck-Stoßdämpfer im Austausch gegen dynamische Radaufhängungs-Elemente vom „Multimatic Technical Centre Europe“. Dieses Gewindefahrwerk wurde auf mehreren Rennstrecken, so auch der Nürburgring-Nordschleife, zur Zufriedenheit von Lee Noble getestet. Dank Doppel-Querlenkern und einem vorderen Stabilisator sowie einer gründlich modifizierten Zahnstangen-Lenkung lässt sich der M400 wesentlich besser beherrschen als der GTO-3R und erlaubt kontrolliertes Übersteuern in einem Bereich, in dem bislang ein Dreher unvermeidlich schien. Auch auf dem Reifensektor bietet der M400 mehr Haftung. Statt der Bridgestone-SO-3-„Socken“ des M12 rollt der M400 auf den weicheren, asymmetrischen P-Zero Corsas von Pirelli. Größere Garrett-T28-Turbolader, die einen „Boost“ von 0,85 bar entwickeln, sorgen für eine Leistungssteigerung von 357 auf 425 PS und eine Anhebung des maximalen Drehmoments von 475 auf 528,8 Newtonmeter pro Minute. Rush-Hour beim Motoren-Spezialisten Roush, der den Ford Duratec V6 des Noble solchermaßen aufgepäppelt hat! Viel Feinarbeit bei der Benzin-Einspritzung gehörte ebenfalls zum Aufrüstprogramm dieses an sich biederen Triebwerks. Beim Beschleunigen macht sich die Kraft-Kur bis etwa 180 km/h gleich zweifach bemerkbar: Dieser Noble geht ab wie eine Rakete und bearbeitet die Trommelfelle mit den Stakkati eines entfesselten Schlagzeugers. Dann kehrt etwas Ruhe ein, denn bis zu seiner Spitzengeschwindigkeit von knapp 300 Stundenkilometern entfaltet er sich auch akustisch ganz gesittet. Das Leistungsgewicht von knapp 2,5 Kilo pro PS beflügelt den M400 und das Käuferinteresse, denn 61.995 Pfund sind dafür ein durchaus akzeptabeler Preis. Wie es sich für einen richtigen Sportwagen gehört, wurden die beiden Sparco-Rennsitze in die Cockpit-Mitte gerückt, damit den Insassen mehr Kopffreiheit - selbst in behelmtem Zustand - geboten wird. Pedalerie und das verstellbare Lederlenkrad sind auf die Körpergröße adaptierbar. Jetzt gilt für den Herren hinter dem Volant eigentlich nur noch: “Gentleman start your engine!“
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