Wie Kiemen mit Widerhaken zerklüften nicht weniger als 17 Lufteinlässe und -auslässe die langgestreckte Motorhaube, und auch die hinteren Flanken durchziehen Abluftkanäle: Die nicht nur solchermaßen gewichtsoptimierte, glasfaserverstärkte Kunststoff-Karosserie des TVR Sagaris gleicht einer Mischung aus Hai, Stachelrochen und afrikanischem Schuppentier. 2003 im Earls Court von London noch als Studie gezeigt und 2004 auf der Motorshow in Birmingham präsentiert, klafften die ersten Kommentare weit auseinander: von gigantisch und schön bis skurril und hässlich. Optisch ist der Sagaris also kein Langweiler, sondern ein Anziehungspunkt - wie der Hindu-Wallfahrtsort Sagar in Indien.
Die Basis des Sagaris stammt vom T350C-S: ein handverschweisster „Lightweight“-Gitterrohr-Rahmen aus hochfestem, pulverbeschichtetem Präzisions-Stahlrohr. Ein integrierter Überrollbügel, ein seitlicher Aufprallschutz und Renn-Schalensitze dienen der Sicherheit und dokumentieren, dass der Sagaris primär für den Motorsport geschaffen ist, aber zu der Kategorie straßentauglicher Rennfahrzeuge zählt. Davon zeugen auch die Frontspoiler-Ecken mit nach oben gezogenen Winglets und der relativ filigrane Heckflügel aus Plexiglas. Der 4-Liter-Reihen-Sechszylinder bringt – in der „braven Version“ – 380 PS auf die Räder und dreht maximal 7800/min. Den entsprechenden Sound geben die in einer Heckmulde zur Seite geführten vier Edelstahl-Endrohre von sich. Eine weitere Besonderheit des Sagaris!
Das Leichtgewicht (nur 1120 Kilo im „trockenen“ Zustand) beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und gehört zum „Club der Tempo-300-Treter“. Die Kraftübertragung erfolgt auf konservative britische Art über ein handgeschaltetes 5-Gang-Getriebe mit einer Zwei-Scheiben-Rennsport-Kupplung von AP. Das Bilstein-Rennsportfahrwerk, „ordentlich“ bestückte 18-Zoll-Speichenräder aus Aluminium, AP-Bremssättel (vorn mit vier Kolben) und die elektro-hydraulische Servolenkung tragen zum Fahrspaß, den dieser TVR bietet, bei. Die Leder-Ausstattung des Cockpits, eine gut funktionierende Klimaanlage mit gekühltem Handschuhfach und der Pioneer-CD-Radio-Tuner sorgen für den nötigen Komfort.
Individualisten finden in dieser TVR-Kreation das geeignete Fortbewegungsmittel für die etwas schnellere Gangart und nehmen gern in Kauf, rechts unter einer Kopfausbuchtung im Dach sitzen zu müssen. Diese mündet – typisch Sagaris – in einem Schlitz.