„Drehzahl-Weltmeister“ in seiner Hubraumklasse: Mit diesem Attribut schmückt Porsche den bis 8400 Touren drehenden 911 GT3, der auf dem Genfer Salon 2006 Premiere feierte. Der weiterentwickelte Aluminium-Boxer mit 3,6 Litern erhielt einen variablen Ansaugtrakt, dessen Drosselklappe von 76 auf 82 Millimeter vergrößert wurde, optimierte Zylinderköpfe und eine Abgasanlage mit erheblich reduziertem Gegendruck. Diese Kunstgriffe führten zu achtbaren 415 PS bei 7600/min. 115,3 PS pro Liter Hubraum sind für Serienfahrzeuge ohne Turbolader eine erhebende Größenordnung, denn ein BMW M3 CSL oder ein Ferrari Enzo bringen es vergleichsweise nur auf deren 110.
Kurz wie der Antriebsweg vom Motor zu den Doppelgelenk-wellen der Hinterräder fällt auch die Abstufung des 6-Gang-Schaltgetriebes aus. Damit die Drehfreudigkeit dieses Saugers nicht überstrapaziert wird, mahnt ein mittig im Drehzahlmesser positionierter Leuchtpfeil zum rechtzeitigen Hochschalten. Geschieht dies zügig, sind innerhalb von 4,3 Sekunden 100 Stundenkilometer erreicht und der stehende Kilometer in 21 Sekunden absolviert. Angesichts eines DIN-Leergewichts von 1395 Kilo fragt man sich, wie Porsche diese Leichtbauweise trotz Ganzstahlauslegung geschafft hat. Ein sehr stabiles Coupé, bei dem sogar eine Dachlast von 75 Kilo ausgewiesen ist!
Die perfekte Aerodynamik des GT3 durch eine Dachbox zu zerstören wollen, ist freilich frevelhaft, denn derjenige, der sich für 108.083 Euro ( so der exakte Grundpreis ) diesen Sportwagen leistet, wird sich bestimmt noch einen Zweitwagen für den Alltagsgebrauch zulegen können. Mit einem Luftwiderstands-Beiwert von 0,29 und zwei Quadratmetern Stirnfläche besitzt der GT3 eine günstige Ausgangsbasis. Für den nötigern Abtrieb auch jenseits von 300 km/h sorgen der überarbeitete Bug mit Frontschürze sowie der Doppel-Heckflügel mit Gurney-Flap und verstellbarem Oberteil.
Das Fahrwerk mit aktiv geregelten Gasdruckdämpfern – die Grundabstimmung entspricht weitgehend dem Vorgänger-Modell – entwickelt im Sport-Modus eine Rennstrecken-Dynamik, die die Nordschleife des Nürburgrings zum Fressen gern hat. Auch die abschaltbare Traktionskontrolle, ein mechanisches Sperrdifferential und die 2-Kreis-Bremsanlage mit achsweiser Aufteilung (6-Kolben-Alu-Monobloc-Bremssättel vorn und Vierer-Kolben hinten) tragen ihr Scherflein zu herausragenden Fahrleistungen bei. Keramik-Bremsscheiben verlangen natürlich einen Aufpreis.
Dieser ist für das auf Wunsch mitgelieferte Clubsport-Paket nicht zu entrichten. Dazu gehören ein bereits montierter Überrollkäfig hinter den Sitzen, ein roter 6-Punkt-Gurt für den Fahrersitz, ein Feuerlöscher mit Halterung und eine Vorrichtung für den Batterie-Hauptschalter. Bei den Türverkleidungen entfallen die Ablagen. Wer den GT3 ausschließlich für Rennzwecke vorsieht, sollte sich bis zur völlig abgespeckten RS-Version, rechtzeitig für die Saison 2007, gedulden. Eine sichere Sache: besonders mit dem seitlichen Aufprallschutz in den Türen, als Bestandteil des „Porsche Side Impact Protection Systems“ ( POSIP )!