Spekulationen im Vorfeld der Präsentation des CCX auf dem Genfer Salon 2006, er werde mit 900 PS zum Angriff auf den Veyron blasen, bewahrheiteten sich nicht. Die Erschließung des wichtigen amerikanischen Marktes genießt höchste Priorität und hatte eine Fülle von Detailverbesserungen erforderlich gemacht. Zunächst fielen nur kleine optische Retuschen ins Auge. Der vordere Stoßfänger wurde gestreckt, um den lästigen US-„ 2,5 mph bumper test“ klaglos zu überstehen. Die nicht zimperlichen amerikanischen Sicherheitsvorschriften forderten natürlich auch einen Umbau des Wagenhecks. Insgesamt streckte sich dadurch der Super-Sportwagen um 88 Millimeter gegenüber seinem Vorgänger CCR.
Der Belüftungsschlitz auf der Fronthaube passt zu dem Leistungssportler, während die zusätzlichen Positionslämpchen wohl den Marsch gen Westen ebenso erleichtern sollen wie die Nummerschild-Flächen, die jetzt neben europäischen auch US-Normen entsprechen. Ein optische Bereicherung ist sicherlich das „Schaufenster“, unter dem der 4,7-Liter-Motor bei 6900 Touren seine 806 PS entfaltet. Dieses Triebwerk besitzt jetzt einen speziell für Koenigsegg entwickelten Alu-Block. Damit auch US-Sprit mit 91 Oktan ohne Leistungsverlust verkraftet werden kann, musste die Arbeitstemperatur der Kolben erheblich gesenkt werden.
Konnten die Aluminium-Magnesium-Felgen die ungefederten Massen deutlich reduzieren, so ersparen die neuen Speichenräder aus Carbon drei weitere Kilo pro Rad und erleichtern den Käufer um zusätzlich 11.000 Euro. Leichte Keramik-Bremsscheiben bitten sogar mit 15.000 Euro zur Kasse. Einpark-Sensoren für 2800 Euro, GPS-Navigationssystem und individuelle Außenhaut-Lackierung für je fünf Mille: Hier darf der Kunde auf königlichem Niveau in die eigene Schatulle greifen.
Ohne Aufpreis, da technisch erforderlich: Ein neuer Typ Vortex-Generator, patentiert von Torbjörn Gustavsson, dirigiert den Fahrtwind direkt in den Ansaugbereich des Motors. Viel Frischluft für das Hochleistungs-Triebwerk! 55 Millimeter mehr Kopffreiheit sind ein Zugeständnis an langwüchsige Käufer, dafür opferte Koenigsegg fünf Zentimeter der Gesamthöhe (1070mm auf 1120 mm).
Auch die Sitze, von Koenigsegg-Testpilot Loris Bicocchi in Zusammenarbeit mit Sparco entwickelt, bieten noch mehr Halt und Bequemlichkeit als bisher. Wer seinen Koenigsegg vor dem Kauf besser kennenlernen will, kann übrigens bei Bicocchi Fahrstunden buchen. Kosten dieses Spezial-Unterrichtes: 1500 Euro.
Neu im CCX ist die komplett digitale Instrumentierung! Zehn Jahre nach der ersten Ausfahrt eines Koenigsegg CC – deswegen das zusätzliche Kürzel „X“ – zeigt sich dieser Schwede von seiner reifsten Seite, für die je nach Ausstattung 458.000 bis 510.000 Euro hingeblättert werden müssen.