Er sonnt sich im Showroom seiner Geburtsstätte am Old Dixie Highway in Riviera Beach, Florida: Der Prototyp des US-Sportwagens Mosler MT900 ist ein Blickfang. Dass in ihm das Potential zu einem konkurrenzfähigen Wettbewerbsfahrzeug steckt, diagnostizierte der englische Rennfahrer Martin Short, avancierte zum Importeur und ließ seine eigenen Ideen einfließen, getreu seiner Devise: “development through competition“ ( Entwicklung durch Wettbewerb ). Mit Erfolg, denn 2003 holte er mit dem MT900R ( „R“ für Rennversion ) die britische GT-Meisterschaft. Kein Wunder, dass fortan einige MT 900 bei Short zum 900R mutierten. Aus diesem ging wiederum eine brutale Straßenversion, der „Photon“, hervor, bei dem zugunsten des Leistungsgewichtes kräftig abgespeckt wurde. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in knapp 3,5 Sekunden kann der „normale“ MT900S mit dem 435-PS-Corvette-LS6-Triebwerk natürlich nicht mithalten: Er benötigt 3,9 Sekunden. „Doch das wird sich mit dem Einbau des LS7-Motors ändern“, weiß der deutsche Importeur Christof Flugel, der ebenfalls Gedankengut in den Mosler investiert.
Die 4,0 Meter lange, 1,13 Meter hohe und mit etwas mehr als zwei Metern irrsinnig breite Flunder besitzt neben dem Chevy-Motor eine weitere bewährte Komponente: das Getrag-Getriebe vom Porsche 911 GTR3. Die gestreckte Optik des Mosler endet in einem gewaltigen Heckspoiler, der 2006 noch ein paar Schönheits-Korrekturen bekommt, und einem nicht minder ausgeprägten Diffusor. In dem sportlich orientierten Cockpit wirken die digitalen Armaturen mit hin- und herspringenden Leuchtdioden etwas irritierend. Auf Reise-Komfort und die selbst bei Kleinwagen üblichen Fahrhilfen wie ABS und ESP wird verzicht - noch! Flugel sieht das Thema differenzierter und weniger puristisch: “Ich favorisiere den Einbau eines wirksamen ABS ebenso wie eine ordentliche Traktionskontrolle, KW-Fahrwerk, Movit-Keramik-Bremsen, Recaro-Sitze und eine Alpine-Audio-Anlage, bei der die Lautsprecher-Umrandungen aus Carbon sein sollen“. Diese deutschen Zutaten lässt Flugel teilweise oder ganz integrieren durch seinen Technik-Partner Roeder-Motorsport. Schließlich hat er ein Verkaufsziel von fünf bis zehn Mosler per anno angepeilt, Preise zwischen 149.500 und 185.000 Euro, je nach Berücksichtigung der vielen Kundenwünsche.
Aber auch auf der Insel wird am Mosler weitergefeilt, seitdem hier auch der Zusammenbau erfolgt. Der LS7-Motor ( sieben Liter ), der in der Corvette Z06 512 PS leistet, soll durch ein neues Steuergerät auf 550 PS gepuscht werden. „Und mit etwas Zylinderkopf-Tuning sind“, so Flugel,“die erwarteten 600 PS realisierbar. Um diese zu bewältigen, brauchen wir dann ein anderes Porsche-Getriebe, um noch besser als der „Photon“ beschleunigen zu können.“
Weitere Informationen unter www.mt900.de