Der von vielen BMW-Freaks erwartete Autofrühling für das Z4 M Coupé ist bereits im Januar 2006 angebrochen. Das klassisch schöne Coupé mit dem BMW-typischen „Hofmeisterknick“ wirkt nicht nur kraftvoll und dynamisch, es offenbart sportliche Qualitäten, wie Vergleiche mit dem Z4 M Roadster und dem M3 auf der Nürburgring-Nordschleife gezeigt haben. Das 1495 Kilo schwere Coupé bringt zwar zehn Kilo mehr auf die Waage als der Roadster, doch das tiefer gelegte M-Fahrwerk und der negative Sturz der Radführung sowie die bessere Aerodynamik des Daches scheinen sich noch positiver auszuwirken. Wie der M3 verfügt das M-Coupé über eine Differenzialsperre an der Hinterachse, und die 18-Zoll-Compound-Bremsanlage wurde vom „Supersportler des Hauses“, dem M3 CSL, übernommen.
Über den mehrfach preisgekrönten Reihen-Sechszylinder-Motor mit 343 PS und einem maximalen Drehmoment von 365 Newtonmetern bei 4900/min braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Dieses bis 8000 Touren hochdrehende Energie-Bündel mobilisiert seine unwiderstehliche Durchzugskraft bereits bei 2000/min. Hierbei werden schon 80 Prozent des maximalen Drehmomentes erreicht. Ein „Dampfhammer“, wenn er gefordert wird und eine beruhigende Quelle der Kraft fürs Dahingleiten auf der Autobahn: Das M-Triebwerk spurt immer. Die Beschleunigungswerte bis 100 km/h sind mit dem M Roadster identisch, doch bis 200 km/h zeigt das Coupé einen leichten Vorteil. Dieser würde noch deutlicher zu Tage treten, wenn der Drehfluss nicht bei 250 km/h ein abruptes Ende fände. Vielleicht findet sich ja wie beim M6 eine Regelung üb er die Aufhebung der elektronischen Abregelung.
Sportliche Puristen möchten gewiss die beiden verchromten Endrohr-Paare mit dem dazwischen liegenden horizontalen Diffusor auch Sportwagen mit unbegrenzten Möglichkeiten zeigen. Immerhin kommt das 6-Gang-Schaltgetriebe den Anhängern klassischer Fahrweise ( nämlich ohne Wippen am Lenkrad ) entgegen. Kurze, präzise Schaltwege und ein eng abgestuftes Getriebe: Da rührt sich ´was, „weil es so ausgelegt ist, dass über das gesamte Schalt- und Drehzahlspektrum optimale Fahrleistungen erreicht werden“, so die offizielle Formulierung.
Auf kurvenreichen Passagen demonstriert das M-Fahrwerk mit dynamischer Stabilitätskontrolle seine Stärken. Diese stützen sich auch auf die Doppelspeichen-Aluminiumräder mit Hochleistungsreifen ( 225/45 ZR18 vorn und 255/40 ZR18 hinten ). Dienlich beim Handling des Coupés sind außerdem: ausgeglichene Achslast-Balance, langer Radstand, breite Spur und verwindungssteife Karosserie. Der U-förmige Vorderachsträger wird von einem Schubfeld aus drei Millimeter starkem Aluminium versteift. Dieses kompensiert hohe Querbeschleunigungen größtenteils. Auch der Zentrallenker-Hinterachse mit straff eingestellten Zweirohr-Gasdruckdämpfern und Stabilisator assistiert in ihrer Führung durch zwei Quer- und einem Längslenker eine V-Strebe von der Hinterachse zum Karosserieboden. Plötzliche Lastwechsel sind mit diesem Fahrwerk eine leichte Übung.
Wie beim M Roadster ist das Cockpit auf Übersichtlichkeit und Funktionalität getrimmt. Die vier Airbags werden von einer zentralen Sicherheits-Elektronik gesteuert, die auch andere Sicherheitsmaßnahmen wie das Straffen der Gurte, Abschaltung von Generator und Kraftstoffpumpe und das Einschalten der Warnblinkanlage aktiviert. Safety first beim Fahrvergnügen mit dem geschlossenen Z4.