Linientreu vollzog Mazda-Chefdesigner Yasushi Nakamuta den Wechsel zur dritten Generation des MX-5. Der Neue lehnt sich an die Abmessungen und die Grundform des Vorgängermodells an, ist aber insgesamt noch attraktiver geworden. Dank ausgeprägter Kotflügelverbreiterungen hat er in der Breite vier Zentimeter zugelegt, während er in Höhe und Länge nur um deren zwei gewachsen ist. Auffällige Unterschieds-Merkmale: Eher schlitzäugige denn ovale Scheinwerfer – die noch besser zu seiner Herkunft passen - ein überarbeitetes Heck ohne angedeuteten Bürzel, Überrollbügel mit dazwischen liegendem Windschott, ein völlig neues Cockpit und „last but not least“ ein Zweiliter-Triebwerk mit 160 PS. Das Leistungsplus von 14 PS gegenüber dem bislang stärksten Vierventiler des MX-5 äußert sich in der Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer ( 7,8 statt 8,7 Sekunden ) und in der Endgeschwindigkeit ( von 205 auf 210 km/h ) deutlich. Das Basis-Modell ( 1,8-Liter-Aggregat ) wirkt mit 126 PS fast untermotorisiert. Der jüngste „Wurf“ dieses seit seiner Einführung 1989 überaus erfolgreichen Sportwagens prädestiniert den MX-5, die magische Grenze von einer Million Einheiten zu erreichen.
Trotz aller Komfort-Zugeständnisse konnte der Japaner sein Gewicht halten. Serienmäßig beim „Expression“, Grundpreis 27.190 Euro , sind ein Bilstein-Sportfahrwerk mit Domstrebe, dynamische Stabilitätskontrolle mit Traktionskontroll-System, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Klimatisierungs-Automatik und ein sogenanntes Touring-Paket, das auch eine Audio-Anlage mit sechs Lautsprechern beinhaltet. Gegen einen Aufpreis von 820 Euro wird ein Bose-Sound-System mit sieben Lautsprechern eingebaut. Dass trotz aller Akustik-Ausrüstung noch genügend Platz für diverse Ablagefächer im übersichtlich eingerichteten Cockpit ist, spricht für die Funktionalität dieses Sportwagens. Lediglich etwas deplaciert wirkt die Getränke-Halterung in der Fahrertür, die je nach „Füllung“ sogar stört. Nur mit 960 Euro schlägt die Lederausstattung mit Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer zu Buche. Lederlenkrad und Amaturenbrett-Applikationen im Piano- und Alu-Look gehören ebenso zum „Expression“-Standard wie die Edelstahl-Einstiegsleisten oder die Xenon-Scheinwerfer mit Lichtweiten-Regulierung und Reinigungsanlage. Nur der Kofferaum beschränkt sich mit einem Fassungsvermögen von 150 Litern auf das Nötigste für zwei Passagiere. Wem das nicht reicht, dem sei ein Mazda-Heck-Gepäckträger samt Koffer und Lederriemen empfohlen. Immerhin ermöglicht der 50-Liter-Tank eine Distanz von rund 530 Kilometern bei gemischter Fahrweise.
Ohne elektrische Hilfen kommt das Faltverdeck aus . Ent- und Verriegelung funktionieren auch mechanisch schnell und reibungslos. Das Softtop gibt es auf Wunsch auch in Blau, Grün, Grau und Beige. Ein Hardtop mit Aufbewahrungs-Ständer oder praktischer Wandhalterung befindet sich im reichhaltigen Zubehör-Programm für den MX-5, das vom VDO-Navigations-System bis zur Einparkhilfe und einem maßgeschneiderten Kindersitz für alle Fälle gerüstet ist.
Kurze Schaltwege des Sechsgang-Getriebes und Handlichkeit zeichnen dem MX-5 2.0 MZR aus, das Sportfahrwerk wird seiner Bezeichnung freilich nicht ganz gerecht und hätte durchaus eine straffere Einstellung verdient. Die Bremsen mit ABS und elektronischer Bremskraft-Verteilung erfüllen ihren Zweck. Damit die Fahrfreude am MX-5 nicht getrübt wird, bietet der Hersteller auf Material-Fehler und Lackmängel eine dreijährige Garantie ( alternativ 100.000 Kilometer ). Die Karosserie ist zwölf Jahre gegen Durchrosten abgesichert. Alles im Sinne der japanischen Philosophie des „Jinba Ittai“, der Symbiose von Ross und Reiter.