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Ferrari Testarossa
Debüt 1984
Technische Details
Hersteller Ferrari
Baureihe Testarossa (512 TR / F512 M)
Typ Testarossa
Bauzeit 1984 - 1996
Hubraum 4943 cm³
Bohrung/Hub 82 / 78 mm
Leistung 390 PS / 287 KW
Gewicht 1631 kg
Leistungsgewicht 4.18 kg / PS
0 - 100 km/h 5.7s
0 - 200 km/h 15.7s
Vmax295 kmh





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Ferrari Testarossa
Angesichts des Fehlens von jeglichem zusätzlichem Luftleitwerk merkte ein Berichterstatter des Pariser Salons von 1984 scherzhaft an, der dort debütierende Ferrari Testarossa brauche keine Flügel, er sei ein Flügel, von jener Sorte allerdings, die nicht erhebe, sondern niederdrücke – unbildlich gesprochen.

Nicht ganz: Jenseits von 250 km/h lupfe sich der Neue vorn ein wenig, stellte etwa Auto-Oggi-Chefredakteur Giancarlo Baghetti fest, der Marke mit dem Pferdchen innig zugetan, für die er immerhin 1961 seinen allerersten Grand Prix gewonnen hatte. An seiner sensationellen Formgebung hatte nicht nur die Pininfarina-Filiale Studie Ricerche S.p.A. in Cambiano mitgewirkt, sondern irgendwie natürlich auch der Fünfliter-Zwölfzylinder, der sich im Nacken der Insassen im Extremwinkel von 180 Grad breitmachte. Es handelte sich im Prinzip um den gleichen wie im BB 512i, nur daß Vierventilköpfe seinen Stoffwechsel besorgten und seine Leistung auf 390 PS steigerten. Noch ferner lag die Vergangenheit, auf die sein Name und der rote Schrumpflack auf den Zylinderkopfdeckeln anspielte. Testa Rossa (für roter Kopf), damals noch in zwei Wörtern, hieß schon ein erfolgreicher Ferrari-Rennsportwagen Ende der Fünfziger mit demselben Gattungsmerkmal.

Auch seine Lebensäußerungen, die man mit einem überraschend schmucklosen Zündschlüsselchen erweckte, ähnelten denen des Vorgängers. Nach kurzem Schnurren, in dem sich einzelne Takte nicht unterscheiden ließen, meldete sich das riesige Triebwerk mit kurzem Aufwallen und verfiel dann in ein eifriges Gemurmel, allzeit bereit zu dem furiosen Crescendo, mit dem es Passagiere und Umwelt gleichermaßen musikalisch unterhielt. Seine Kühler wurden vom Fahrtwind durch die markanten sechsfach lamellierten seitlichen Schächte angeströmt, die einen weiteren starken Akzent in der Optik des Testarossa setzten. Selbst inklusive Getriebe 320 kg schwer, diktierte der Motor darüberhinaus Maße und Masse des Ferrari. 1595 kg wog dieser fahrbereit, war 4480 mm lang und mit 1976 mm fast doppelt so breit wie hoch (1135 mm).

Der Metamorphose 512 TR (für Testa Rossa) ab 1991 hatte Pininfarina-Mitarbeiter Lorenzo Ramaciotti das Grillgitter des kleinen Bruders 348 anverwandelt und die Motorhaube sowie ihr Umfeld überarbeitet, mit breiteren Entlüftungsschlitzen, einer flacheren und mattschwarzen Abdeckung über dem Ansaugtrakt und gerundeten Stegen zum Dach. Die schwarzen Gitter auf dessen Ausläufern fehlten nun. Dafür waren die Hecklampen durch einen gleichfalls schwarzen Grill fast vertarnt. Wo vorher ein Hilfsgerüst für die Antriebseinheit angeschraubt war, setzte sich der unten mit Stahlblech beplankte Gitterrohrrahmen fort und machte den TR steifer. Um 15 kg abgemagert, war die Maschine zweifingerbreit abgesenkt worden und las mit nunmehr 428 PS und einem nutzbaren Drehzahlband zwischen 1500 und 7400/min dem Piloten jeden Wunsch von den Augen ab. Der Eindruck einer unbestimmten vorderen Leichtigkeit hatte sich gegeben.

Gleichwohl zündete man im Herbst 1994 die letzte Ausbaustufe F512 M. Ihre Frontpartie zeigte sich inspiriert von den jüngeren Modellen F355 und 456 GT, dem Einstiegs-Ferrari und dem Komfortangebot aus Maranello also. Das Kürzel M stand für modificata. Vier dieser Modifikationen: 18 kg weniger, zwölf PS mehr (440 PS), feststehende Scheinwerfer vorn, in sanfte Buckel eingebettet, runde Doppelleuchten hinten.

In der Bilanz schlug der F512 M noch einmal mit genau 500 Einheiten zu Buche. Die Vorgänger Testarossa und TR hatten mit jeweils 7177 und 2260 Exemplaren zum Wachsen und Gedeihen des noblen Hauses beigetragen.
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