![]() Nach dem allzu frühen Ableben des Ur-Alpine 1955 zog sich ein Team des Vielfirmen-Imperiums Rootes zeitweise in Klausur zurück, um über einen Ersatz für das zweisitzige Cabriolet nachzusinnen. Mit dem Alpine der zweiten Generation, der im Sommer 1959 vorgestellt wurde, zeigte sich, dass die Projektgruppe ihre Hausaufgaben anständig erledigt hatte. Obwohl er durchaus einer amerikanischen Schule entstammte, stattete Kenneth Howes das neue Modell mit klaren Konturen fast ohne funktionslose Schnörkel aus. Roy Axe, der ihm dabei zur Hand ging, sollte Ende der siebziger Jahre Chefstylist bei Chrysler in Detroit werden.
Störend ins Bild schoben sich lediglich die 1956 von Virgil Exner in den Vereinigten Staaten initiierten ausgeprägten Heckfinnen, die für die vierte Alpine-Serie ab Januar 1964 zurückgeschnitten wurden. Das Fahrwerk entsprach im Prinzip dem des Alpine älterer Art und wurde mit seinem Radstand von 2184 mm aus der Produktion des Kombiwagens Hillman Husky abgezweigt, während Maschine (4 Zylinder, anfänglich 1494 cm³ und 78 PS) und Kraftübertragung dem Sunbeam Rapier III und seinen jeweiligen späteren Metamorphosen entlehnt waren.
Frühzeitig stand eine Hardtop-Variante zur Verfügung, und im März 1961 kreierte das Karosseriewerk Harrington ein smartes Fastback-Coupé, das, wie auch sonst üblich, wahlweise in drei Tuningstufen von Hartwell angeboten wurde. Zwischen dem Juli 1959 und dem Januar 1968 entstanden in fünf Schüben 69251 Alpine. Auf eine Verbreitung von 7067 Exemplaren brachte es in zwei Auflagen zwischen dem 27. Juni 1964 und dem 30. Juni 1967 der Sunbeam Tiger, der wildeste Spross der Alpine-Familie, bis zum 9. Dezember 1966 mit einem Ford-Motor aus Detroit von 4261 cm³ und 164 PS, später mit dem größeren V8 des gleichen Herstellers von 4727 cm³ und 200 PS bewaffnet.
Sofort nach dem Erscheinen des Cobra waren Rootes-Emissäre bei Carroll Shelby vorstellig geworden, mit Ian Garrad, dem Importeur der Marke für die amerikanische Westküste, als Mittelsmann. Ihr Auftrag lautete zu erkunden, ob nicht mit des Texaners Hilfe das Cobra-Szenario auf den Zweiplätzer aus Coventry angewendet werden könne. In der Tat schuf Shelby einen Prototyp, der Rennfahrer Ken Miles einen zweiten, und dann war man sich selbst überlassen.
Die eigentliche Tiger-Zucht – die Hinterradaufhängung war durch einen Panhardstab verbessert, das Chassis kräftig retuschiert, die äußere Silhouette aber nicht verändert worden – wurde an die Jensen Motors Ltd. in West Bromwich delegiert. Als 1967 die Chrysler Corporation die Kommandogewalt über die Rootes-Gruppe übernahm, hatte dies in einem Punkte die gleiche Konsequenz wie indische Siedlungspolitik im Pandschab: kein Platz für den Tiger.
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