Noch besser passte das Etikett wettbewerbsfähig auf den Carrera GT mit 110 PS, der vom Mai 1957 an neben dem GS de Luxe (100 PS) als Coupé oder Speedster angeboten wurde, abgemagert und ohne die benzinelektrische Heizung der komfortableren Reise-Variante. Von kontinuierlichem Feilen am Detail zeugten die Porsche-Exponate bei der IAA jenes Jahres.
Um Bodenfreiheit zu gewinnen, hatte man den Doppelauspuff der 1600er durch die Enden der hinteren Stoßstangenhörner geführt. Blinker, Brems- und Schlussleuchten waren in gemeinsamen tränenförmigen Gehäusen untergebracht. Die Kennzeichenbeleuchtung illuminierte das Nummernschild nun von unten. Die Heckscheibe, am Cabriolet nach 1952 ein weiteres Mal vergrößert, war sphärisch gewölbt. Für beide offenen Versionen konnten bequem zu montierende und zu demontierende Hardtops geordert werden. Eine Lenkung mit Schnecke und Finger von ZF ersetzte die bisherige Spindellenkung.
Auch was die Motorkapazitäten anbelangte, ging man mit der Zeit. Das Auslaufen der beiden 1300er signalisierte deutlich, dass die Ansprüche der Kundschaft und mit ihnen deren Kaufkraft gestiegen waren, während das Hinscheiden des Speedsters 1958 als Symptom dafür gelten mochte, dass sich das Interesse an der reinen Fahrmaschine zu erschöpfen begann. An seiner Statt wurde das Convertible D (D war die Initiale der Spenglerei Drauz in Heilbronn, die mit der Fertigung des Aufbaus betraut war) ins Programm aufgenommen, das, beim Pariser Salon vorgestellt, ab August auf den Markt gelangte.
Sitzriesen und Flügelleute brauchten sich jetzt nicht mehr hinter einer allzu niedrigen Windschutzscheibe zu ducken, und Kurbelfenster sowie ein aufwendiger gestaltetes Faltdach stellten sich den Unbilden der Witterung unnachsichtiger entgegen als die Provisorien an dem asketischen Vorgänger. Gelegentlich nahm ein Doppelgitter über dem Motorenabteil spätere Stilelemente bereits vorweg.
Das Einfachgrill des neuen Carrera mit 1588 cm³, den man als GS de Luxe mit 105 PS oder GT mit 115 PS erwerben konnte, war in letzterem, wie schon am 1500 GT, flankiert von jeweils sechs Beatmungslamellen.
Die Kurbelwellen beider Triebwerke rotierten in Gleitlagern wie schon 1957 im 1600 S. Auf Accessoires wie Stoßstangenhörner musste der figurbewusste Lenker des Carrera GT verzichten, und weiterer Marsch-Erleichterung dienten Hauben und Türen aus Aluminium ebenso wie Lederriemchen zum Heben und Senken der Seitenscheiben. Summa summarum erfuhr der Porsche 356 A eine Verbreitung von 20626 Exemplaren, dazu 419 Carrera.