Die Spekulationen sind zu Ende: Porsche wird das viertürige Sportcoupé Panamera in Leipzig montieren. Dadurch werden Medienberichten zufolge bis zu 500 Arbeitsplätze entstehen. Die Karsosserie kommt aus dem Volkswagen-Nutzfahrzeugwerk in Hannover. Da die Produktion des LT dort ausläuft, sichert die Vergabe des Auftrages noch einmal 500 Stellen. Eine offizielle Bestätigung von Porsche steht aus, Vorstand Wendelin Wiedeking wird sich um 13 Uhr auf einer Pressekonferenz äußern.
Die Motoren des Panamera, der 2009 auf den Markt kommen soll, werden wie für die anderen Porsche-Modelle am Stammsitz in Stuttgart gebaut. Bis zu 20 000 Einheiten pro Jahr wollen die Zuffenhausener vor allem in den USA von ihrer vierten Baureihe verkaufen. Ein viertüriges Coupé fehlt im Portfolio des Sportwagenbauers, der neben dem Klassiker 911 den Boxster und dessen Coupé-Derivat Cayman sowie den Geländewagen Cayenne baut. Da soll der Panamera Abhilfe schaffen, der gegen Luxus-Sportwagen wie Bentley Continental GT oder die AMG-Flotte von Mercedes antritt. Das lässt auch Raum für die Preisgestaltung: Unter 100 000 Euro wird der Kunde kaum zum Zug kommen.
Besonders Volkswagen dürfte sich über den Großauftrag von Porsche freuen. Das Nutzfahrwerk in Stöcken ist nach dem Verlust der Produktion des LT nicht voll ausgelastet. Der jetzt "Crafter" genannter Transporter wird gemeinsam mit dem Schwestermodell "Sprinter" bei Mercedes gefertigt. Der so genannte Microbus, für den die Kapazitäten in Hannover aufgestockt wurden, ist auf Eis gelegt, ein geplanter Pick-Up noch nicht endgültig nach Stöcken vergeben.
(ar/sb) 19. Mai 2006